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Bienen? Imkern? Wir probieren es!

Ein Tagebuch

Ich heiße Marion, lebe in Dessau, arbeite im Stadtpflegebetrieb und bin für die öffentlichen Grünflächen zuständig. Bienen fand ich schon immer interessant und hätte gern auch welche auf öffentlichen Flächen gehabt. Leider fand sich kein Imker bereit, das Risiko einzugehen.
Ich hatte schon darüber nachgedacht selbst zu imkern, aber dabei blieb es auch.
Und dann habe ich Max kennengelernt, denn er hatte bei einem Gang durch unseren Georgengarten eine Idee...
Der Georgengarten ist ein Park, den Johann Georg von Anhalt, der Bruder des Fürsten Franz, im damaligen Norden der Stadt angelegt hat. Im Georgengarten steht das Schloss mit der Gemäldegalerie und die Gartengestaltung zeigt Bilder der verschiedenartigsten Gartenräume. Den vorderen Teil mit italienischen Einflüssen, einer großen Natürlichkeit und den hinteren Teil mit Ruinenbrücke und Bruchwald, einem Bild, dass an das Germanische, Wilde erinnern soll.
Ein gemeinsames Projekt "Honigbienen im Park Georgium" wurde gestartet. Es soll helfen, die Bienen mehr in den Blick der Menschen zu holen. Die Besucher des Parks können an vier Standorten direkt an der Beute oder aus der sicheren Ferne die Bienen bei ihrer täglichen Arbeit beobachten.*
Ende April sind Dorothea, ka, Teresa und Biggy im Georgengarten eingezogen! Endlich! Ja und nun kamen die Gedanken: Was tun, wenn den Bienen was passiert? Tiere oder Menschen die Bienenstöcke beschädigen. Und Max kann nicht schnell genug da sein... Und ich weiß nicht was zu tun ist!
Also habe ich den Lehrgang bei ihm besucht und ein Blick in ein Volk hat ausgereicht - ich war hin und weg! Es ist so faszinierend wie die Bienen zusammenleben, ihre Verbindung untereinander - die wir wohl nie komplett verstehen werden - und wie sie aus Minitröpfchen Nektar leckeren Honig machen!
Seit Ende April imkere ich nun gemeinsam mit Max. Ich habe auch schon allein alle vier Völker durchgeschaut. Da gibt es einiges zu erzählen! Ich bin nicht die Einzige, die es in diesem Jahr mit dem Imkern versucht! Das Angebot, im Rahmen einer Leihimkerei das Leben mit den Bienen kennenzulernen, haben auch andere angenommen. Wir sind 6 Leihimker, einige im 2er-Gespann. Katrin hat bereits Erfahrung in der Imkerei und ist seit Mitte Juni Stadtimkerin auf Probe mit einem Volk auf ihrem Balkon in Halle. Ich bin nun eigentlich eher - "Betreuungsimkerin". Aber wir alle werden hier von unseren Erlebnissen und Abenteuern mit den Bienen erzählen. Von unserem Jahr als Leihimker im Rahmen von Immenhort.

Balkonimkerei auf Probe

Knapp eine Woche steht die "Heldin" nun auf meinem städtischen Balkon.
Zeit für einen ersten Erfahrungsbericht:

10.06.
Max und ich packen das Volk am frühen Morgen in Schortewitz ins Auto und eine halbe Stunde später treffe ich mich wie verabredet mit meiner Himmel & Erde-Praktikantin Juliane vor dem Haus in der Schleiermacherstraße 5 im halleschen Paulusviertel. In diesem ca. 1920 erbauten Haus leben in 8 Wohnungen insgesamt 23 Menschen. Ich habe die Idee, diese Gemeinschaft um ca.
40 000 Mitbewohnerinnen und mehrere hundert Mitbewohner zu bereichern.
Das Imkern in freier Natur kenne ich seit 2009, so lange ist auch die Stadt- oder Balkonimkerei schon Thema in den Medien. Ich will es ausprobieren um mitdenken und womöglich mitreden zu können. Die erste Hürde nehmen Juliane und ich mit einem tapferen Lächeln auf den Lippen...
52 Treppenstufen mit dem Volk bis ins 2. Obergeschoß und dann durch die schmale Balkontür. Die Dadant-Beute passt gerade so durch. Die Standplatzfrage ist auch nicht ohne, der Balkon nicht allzu groß. Fünf Quadratmeter bietet er mit Ausflugfreiheit nach Süd-Osten und einer Fensterfront nach Südwesten. Letztere wird mit Tüchern verhangen, denn Fensterscheiben (das kennt man) sind für Insekten ein Problem. Wir verstauen das Mobiliar, drei der vier Bambusstühle müssen zusammengeklappt in die Ecke weichen. Einer soll bleiben, ebenso der Tisch - meine Mitbewohnerin raucht allabendlich ihre Zigarette auf dem Balkon. Das Volk findet seinen Platz direkt an der verhangenen Fensterfront mit Ausflugrichtung Südost. So kann die Durchsicht wie gehabt von der brutnestfernen Seite aus erfolgen. Flugkeil raus, es kann losgehen. Ich lasse die Immen allein in der Stadt, mein Alltag im Küchenwagen nebenan in der Nr. 4 ruft.


11.06.
Den ersten Tag beschreibe ich etwas ausführlicher, denn er war wirklich aufregend für mich. Bienen so nah im Alltag zu erleben hat einen besonderen Reiz, allerdings bringt diese Nähe auch Aufgaben mit sich, die es gilt in den Lebensalltag zu integrieren.

8:15 Uhr herrscht bereits voller Flugbetrieb, die Immen finden hier in der Stadt offensichtlich ergiebigere Nahrungsquellen als auf dem Land. Am Nachmittag die erste Durchsicht, alle Brutwaben sind randvoll belegt. In den kommenden Tagen wird sich die Bienendichte erheblich steigern.
13:00 Uhr
Der ganze Balkon ist voller Bienen - Einflugzeit.
Mir wird bange, was sagen die Nachbarn. Ein Blick über die Balkonbrüstung… der Untermieter müsste etwas mitbekommen. Ich klingle kurzentschlossen an seiner Tür, berichte davon, dass wir gern Paulushonig mit Robinien- und Lindenanteil in der Stadt ernten möchten… frage ob er auf seinem Balkon Störung in Kauf nehmen muss. Er verneint, lässt mich ein und wir betrachten einträglich den durchaus beachtlichen Flugbetrieb.
15:00 Uhr
Ich fühle mich wie eine Anfängerin, laufe immer wieder zum Balkon, schaue auf die sich nach wie vor einfliegenden Jungbienen, zwischendurch schießen die Sammelbienen ein und aus. Wirres Treiben und doch in Ordnung. Allerdings bemerke ich, dass die weißen Balkonwände die Bienen irritieren, viele fliegen dagegen. Also müssen auch diese mit Tüchern verkleidet werden.
21:00 Uhr
Ein kleiner Eingriff im Honigraum. Meine Mitbewohnerin sitzt mit ihrem Freund 5 m entfernt in der Küche bei Rotwein, Brot, Avocadocreme und Käse. Die Verbindungstür zum Balkon ist offen, das Summen der Bienen erfüllt auch die Küche. Die Beiden finden es gut, ich bin erleichtert.
22:00 Uhr Ich verbessere die Tuchabdeckung an der Fensterfront, denn noch immer haben sich Bienen verirrt und finden den Rückweg nicht. Außerdem bringe ich zwei weitere Tücher vor und neben der Beute an, um die weißen Wände abzudecken.

12.06.
Vor dem Flugloch und überall auf dem Balkon liegen tote Bienen. Das bekommen wir auf dem Land nicht in diesem Maße mit, denn dort verteilt sich der natürliche Totenfall auf der Wiese. Manche der totgeglaubten Immen leben noch und krabbeln bei Berührung auf den sechseckigen, an Wabenzellen erinnernde Balkonkacheln umher… barfuß auf dem Balkon geht also nicht mehr. In diesen Wochen gibt es viel Bewegung im Bienenvolk, die Königin legt jeden Tag ca. 1000 Eier, täglich sterben hunderte Bienen und werden neue geboren. Sommerbienen leben ca. 6 Wochen lang. In der Nacht steht wegen den hohen Temperaturen die Balkontür im Sommer gewöhnlich offen. Das Licht in der Küche lockt nun aber Bienen herein, die dann um die Lampe irren… also Tür zu oder Licht aus.

13.06.
Beachtlicher Sammelflug schon ab 7 Uhr am Morgen.
Seit Montag ist in der Küche und im Bad sowohl tags als auch nachts das sonore Summen der Heldin deutlich zu vernehmen. Wann immer es möglich ist, schiebe ich ab jetzt 20 Minuten Mittagsruhe auf dem Küchensofa ein und genieße diesen beruhigenden Ton.

14.06.
Ich verlege meinen Büroarbeitsplatz auf den Balkon, der ungeliebte Schreibkram fällt leichter wenn er vom emsigen Tun der Immen begleitet wird.

Das Volk "Heldin" hat bereits ein bewegtes Leben hinter sich.
Seine Geschichte kann im "Geschehen" unter folgenden Links nachgelesen werden.

17. Juni 2013

Starker Tobak

Heute haben Max und ich gemeinsam geimkert. Wir hatten einen neugierigen Besucher. Helmut, ein alter Imker der einmal das Imkern in Dadant-Beuten sehen wollte. Er war auch sehr beeindruckt von dem Platz, den man in der Beute beim Imkern hat. Und Max und ich waren von seiner Imkerpfeife beeindruckt! Besonders von dem Kraut was in der Pfeife schmorte und qualmte! Strunkentabak von 1946! Nach einem Blick in die Tüte waren wir uns einig, dass es sich um Holzhäcksel handelt... Es hat so gestunken, dass die armen Bienen ganz verwirrt waren! Nachdem wir gemeinsam nach ka und Dorothea gesehen hatten, hat uns Helmut wieder verlassen.
Wir sind weitergezogen und haben nach Teresa gesehen. Die Bienen waren fleißig am Pollen und Nektar sammeln. Es gab wieder ganz kräftig orangenen Pollen,
der leicht herb schmeckte und grünen und hellgelben. In den Waben sah es fast wie ein orientalisches Mosaik aus, so kunstvoll hatten es die Bienen eingebaut. Können Bienen eigentlich Farben sehen? Das muss ich mal in einem anderen Tagebucheintrag klären.
Da Max heute nicht ganz soviel Zeit hatte, mussten wir uns etwas sputen und haben trotz Hochwasser die Abkürzung durch den Park zur Wallwitzburg, dem Standort von Biggy genommen. Und der Lada Niva hat sich auch diesmal bewährt! Die Wasserstellen waren kein Problem, es hat nicht mal der Auspuff gezischt... Nachdem wir wieder trockenen Boden unter den Füßen hatten,
war es nur noch ein kurzes Stück bis zum Biggy-Standort.

Fall Biggi

Aber wo war Biggy? Weder Max noch ich konnten die Beute sehen!!!
Der erste Gedanke war - komplett geklaut! Also raus aus dem Auto und den Hügel erklommen. Und dann haben wir das ganze Unglück gesehen. Die Beute mit den
3 Honigaufsätzen lag am Boden! Irgendjemand hatte den "Turm" nach vorn umgekippt! Das Flugloch war im Gras und konnte nicht mehr genutzt werden. Viele Bienen waren totgequetscht, krabbelten im Gras herum oder waren vom Honig verklebt, der aus den umgestürzten Waben tropfte. Es war ein Chaos!
Die Bienen flogen sehr aufgeregt herum und summten und brausten! Max hat Fotos gemacht und dann alles wieder aufgerichtet, die Bienen aus dem Gras gesammelt und wir haben den Ständer getauscht, weil der alte einen Knacks hat.
Keine Biene hat uns gestochen! Als ob sie gewusst haben, dass wir nur helfen wollten. Aber ich bin froh, das Max dabei war! Und ich war erst gestern bei Biggy, da war alles in Ordnung! Das Chaos war vielleicht noch nicht so lange!
Aber wer macht sowas? Ich bin ja der Meinung, es war so ein Ziegenbock, der grad in der unmittelbaren Nachbarschaft Hochwasserasyl hat. Die sind ziemlich nahe eingezäunt und wenn so ein Böckchen ein Böckchen kriegt... kann es ganz schön zustoßen! Max glaubt es nicht so richtig. Vielleicht waren es auch Zweibeiner. Ich werde trotzdem den Eigentümer der Ziegen morgen bitten, die Tiere etwas weiter weg zu bringen. Biggy wird sich hoffentlich gut erholen und die Verluste verschmerzen. Ich werde morgen wieder nach ihnen sehen!

Am nächsten Tag

Nach einem langen Büro-Dienstag bin ich gleich zu Biggy gefahren. Ich wollte doch sehen, ob das Volk den Sturz gut überstanden hat!
Alles sah wieder normal aus!! Also habe ich mich entschlossen, die ausgefallene Volk-Kontrolle gleich zu machen! Da ich mit dem Schleier nicht ordentlich gucken kann, bin ich erst mal ohne los... Aber Biggy war noch sehr nervös und nach einem Pieks in die Nase und 2 verirrten Bienen in den Haaren habe ich dann doch den Schleier aufgesetzt! Es waren fast auf jeder Wabe Spielnäpfchen und ziemlich viele! Bei einem Näpfchen war ich mir auch nicht sicher, ob nicht doch schon was "eingelegt" war. Ich habe bis auf die letzte Brutwabe alles kontrolliert und musste hin und wieder eine kleine Pause einlegen, weil Biggy doch noch sehr aufgeregt war. Ihr Summen klang manchmal sehr metallisch, irgendwie scharf. Dann war es besser einen Schritt zurückzutreten und abzuwarten, bis es wieder ruhiger wurde. Zum Schluss mussten die 3 Honigaufsätze wieder drauf! Also ruhig überlegt, welchen habe ich zuerst runtergenommen und welcher war der letzte... Und dann den ersten auch wieder zuerst aufgesetzt und den letzten am Schluss! Merkt ihr was? Klassischer Anfängerfehler! Ist mir aber leider erst im Bett aufgefallen... So war ich nun heute am Mittwoch noch einmal bei Biggy und habe die Honigaufsätze wieder "umgestapelt"! Biggy war fast wieder normal! Gut, dass ich den Schleier von Beginn an auf hatte...

Ach so, der Eigentümer von den Ziegen hat mir versichert, dass Sonntagnacht 22.30 Uhr
noch alles in Ordnung war und sein Mitarbeiter erst am Montag früh 8.30 Uhr den Schaden gesehen hat. Und die Ziegen sind über Nacht in ihrem Wagen. Ich habe ein bisschen geschimpft, dass nicht gleich jemand bei mir oder Max angerufen hat. Immerhin stehen unsere Telefonnummern auf den Infotafeln! Ich hoffe ja, dass wir nie wieder so einen Fall haben werden!!

Bienenstich(e)

Hautnahe Kontakte

Es war wunderbar! Die Bienen hatten sich alle eingerichtet und sammelten Pollen in den verschiedensten Farben. Ich durfte bei den Kontrollen "Lehrlingsarbeiten" verrichten - Deckel säubern, Smoker bedienen und beobachten, beobachten, beobachten! Wie verschieden die einzelnen Völker doch sind:
Teresa - friedlich und fleißig
ka - noch so klein
Dorothea - sehr geschäftig und stetig im Sammeln
Biggy - zielstrebig, aber ungeduldig und etwas "brausig"
Vielleicht liegt es auch an den Standorten. Biggy steht sehr idyllisch am Berg an der Wallwitzburg, vor sich den Wallwitzsee und direkt vor dem Stock im Mai Veilchen über Veilchen! Wer weiß, was die für eine Auswirkung haben...
Nach unserer gemeinsamen Kontrolle war ich noch vielmehr davon überzeugt, dass es ein absoluter Glücksfall für mich war, Max und die Bienen kennenzulernen! Danke, Johanna!
In den nächsten Tagen habe ich mir die Bodenbretter mit "fachkundigem" Blick angesehen und Max per Mail über alles informiert - mit vielen Mails...

Der erste Stich

Auszug aus der Mail vom 10.05.2013
...da mein garten in reichweite dreier kneipen liegt, ist er zum herrentag nie nutzbar! die kakophonie der töne ist einfach nicht auszuhalten... da ich bei dem schönen wetter aber nicht in der stube hocken wollte, habe ich die bienen besucht und will nun heute ordentlich bericht geben:
dorothea hatte schimmeligen pollen auf dem brett, keine milben und war fleißig am raus-und reinfliegen (manche bienen haben auf dem flugbrett ihre pollenhöschen schon mal "vorgelockert", ehe sie in den stock geflogen sind - das sah zu putzig aus!)
ka hatte wachsmotten, aber auch keine milben und pollen in rot und gelb und ist auch sehr stetig geflogen
teresa hat echt ameisen als untermieter, wachsmotten, aber keine milben. auch hier roter und gelber pollen und fleißiges sammeln. die bienen waren zum teil am ganzen körper kupferrot bepudert! echt schön anzusehen!
naja die brausige biggy...die hat mich gar nicht erst rangelassen! ich war noch schräg hinter dem stock und habe meine tasche an dem holzhaufen abgesetzt und zack - hatte ich eine unfreundliche biene unter der nase! mit pieks! also habe ich meine tasche geschnappt und bin wieder gegangen! du hast mir ja gewünscht, dass mein erster stich nicht ins gesicht gehen sollte - mmh das hast du dann wohl nicht laut und deutlich genug gesagt! aber ich kann dir sagen, dass ich es nicht schlimm fand und auch nix geschwollen ist, habe gleich an der stelle rumgekratzt und gedrückt... eine zeitlang habe ich es noch gemerkt, aber jetzt ist alles ok. und ich hatte eine blaue jacke an. maeterlinck schreibt, dass das liebliche blau die lieblingsfarbe der bienen ist. tja wahrscheinlich nur liebliches blau und nicht kräftiges türkis...
Da ich nicht wusste, wie ich auf Bienenstiche reagiere, war ich schon erstmal besorgt. Es war ja Herrrentag und viele mehr oder weniger angesäuselte Männer auf dem Fahrrad unterwegs. Ich wollte also unter keinen Umständen umkippen! Womöglich wäre ich bei einem Wiederbelebungsversuch sogleich an Alkohol-
vergiftung gestorben... Aber es ging alles gut und die Lippe ist auch nicht auf
eine "misslungene Schönheits-OP-Größe" angeschwollen.
Das war mein erster Stich und in der Zwischenzeit sind noch einige dazu gekommen. Biggy und ich werden wohl keine beste Freundinnen werden...

Sandras Bienensticherfahrungen

Bienenstich mag nicht jeder!
Eigentlich ist unser Bienenvolk "Samuel" sehr friedlich. Es steht auf unserem Hof, wir fühlen uns von den Bienen bisher nicht belästigt. Geimkert habe ich nur mit Hut und Handschuhen, doch wenn man nicht immer aufpasst und sich die Biene bedrängt fühlt, dann wehrt sie sich auch zu Recht. Die viel beschworene Gewöhnung hat sich bei mir mit dem zweiten Stich leider noch nicht eingestellt, und da die Reaktion meines Körpers doch recht heftig war, bin ich nun dazu übergegangen, mit Schutzkleidung zu imkern. Man fühlt sich doch sicherer und hat noch etwas mehr Ruhe bei der Arbeit. Nur leider wird man durch den Schleier etwas eingeschränkt und fühlt sich den Bienen nicht mehr so nah. Doch vielleicht probiere ich es auch mal wieder ohne. Schauen wir, wie die Bienen und wir weiter miteinander auskommen.

Ich glaube, Sandra ist von den Bienen auch so fasziniert, dass sie und ihr Sohn Samuel weitermachen werden. Zur Not eben in "außerirdisch" schöner Schutzkleidung!

Leihimkerei

Imkern auf Probe - Leihimkerei Immenhort

Es ist in aller Munde: Bienen sind in Gefahr und verschwinden zusehends von der Erde. Dabei sind wir Menschen auf ihre Bestäubungsleistung angewiesen, denn durch das fleißige Tun der Immen wird die Vielfalt in der Pflanzenwelt und ein Großteil unserer Nahrungsgrundlage gesichert. Ohne die Hilfe von Imkern würden Honigbienen hierzulande aussterben. In Sachsen-Anhalt lebt durchschnittlich nur ein Volk auf 2km². Damit bildet unser Bundesland das Schlusslicht in Europa.
Möchten Sie ein Bienenvolk in Ihrer Umgebung für eine Saison selbst betreuen um herauszufinden, ob die Imkerei in Ihren Alltag und in Ihr Umfeld passt?

Wenn Sie sich ernsthaft für eine Imkerei auf Probe interessieren, besuchen Sie bitte einen zweitägigen Grundkurs zu unserer Bienenhaltung.
Die Kosten betragen incl. Verpflegung von Himmel & Erde 90 €.
Die Grundlage für die Leihimkerei bildet eine Bienenpatenschaft. Für ein Volk kostet diese einmalig 100 €. Damit unterstützen Sie die Initiative Immenhort unseres Vereines Kleinfolgenreich.
Für eine Leihgebühr von 150 € pro Saison erhalten Sie alles, was man zur artgerechten Bienenhaltung braucht. Nach der Schwarmzeit Ende Mai wandern Sie mit Ihrem Patenvolk, dem Sie einen Namen geben, in Ihre Umgebung. Im Vorfeld wählen wir dort gemeinsam mit Ihnen einen Standplatz aus und richten ihn ein. In der Erntezeit können Sie im Schleuderraum von Immenwohl ihren Honig schleudern, rühren und abfüllen. Dabei garantieren wir Ihnen 10 kg Honig, vorzugsweise von Ihrem Patenvolk.

Im Spätsommer kehren die Leihvölker zur Überwinterung nach Schortewitz zurück, wo wir sie mit Biozucker-Honigsirup füttern und gegen die Varroa-Milbe behandeln. Haben die Bienen den Winter glücklich überlebt, werden ihre alten Beuten im Frühjahr gegen überholte ausgetauscht. Dann stehen die Völker wieder frisch und munter für ihre alten oder neuen Wegbegleiter bereit.

An einem Sonntag in den Monaten der Saison dient der Immenhort-Treff als Forum für Austausch und Fragen. Dabei werden die saisonalen Arbeiten erläutert und an den Völkern gezeigt.

Nach dem erfolgreichen Probejahr 2013 stellen wir je nach Auswinterung sechs bis zehn Völker für unsere Leihimker bereit. Dabei ist die Reihenfolge der Anmeldungen für die Vergabe entscheidend.

Immenhort

Wir lieben Bienen

Unter dem Label "Immenhort - Wir lieben Bienen" vereinen wir im Rahmen der Arbeit des Vereins Kleinfolgenreich uneigennützige Aktivitäten zum Verständnis, zur Erhaltung und Verbreitung der Honigbiene.
Da wir in Sachsen-Anhalt die geringste Bienendichte in Europa haben, gibt in unseren Breiten in dieser Hinsicht viel zu tun.

Seit 2013 bieten wir Leihimkerei an, sowie unsere kostenlosen monatlichen Immenhort-Treffs (ehemals Moccas-Bienenwagentreff),
bei denen Neugierige in Sachen Bienenhaltung und natürlich unsere Leihimker Faszinierendes und Wissenswertes im Lauf des Bienenjahres erleben und lernen.
Moccas Bienenwagen zieht 2014 vom Asternrain am Schortewitzer Dorfrand in das nahe gelegene Kleinfolgenreich und wird als Denkmal am Eingang des Bienengartens eine Bibliothek sowie einen Gästeraum beherbergen. Er dient außerdem als Treffpunkt für die regelmäßigen Immenhort-Treffs.

Ein weiterer Schwerpunkt von Immenhort ist die Öffentlichkeitsarbeit für die Bienen in Form von Vorträgen, Filmvorführungen und der Beteiligung an Informationsveranstaltungen (z.B. Grüne Woche 2013) sowie die Betreuung von Bienenstandorten im öffentlichen Raum. Seit 2013 stehen beispielsweise vier Völker im Park Georgium in Dessau, weitere öffentliche Bienenstände sollen in diesem Jahr in Halle folgen. Unser Ziel ist es, die Bienen durch diese zugänglichen Standorte wieder stärker in das alltägliche Bewusstsein zu rücken, denn sie gehören zu uns Menschen.

2013 unternahmen wir mehrere Reisen nach Süddeutschland zu Kursen beim Mellifera e.V. und lernten die Grundlagen der wesensgemäßen Bienenhaltung kennen. Im Rahmen von Immenhort widmen wir uns 2014 verstärkt dieser, dem Organismus des Bien am ehesten entsprechenden Form der Haltung mit Naturwabenbau und Schwarmvermehrung und erproben verschiedene Bienenbehausungen wie den Weißenseifener Hängekorb, die Lagerbeute und die Bienenkiste.

Termine

Immenhort-Kurse 2018

Geschehen

Immenwohl & ImmenKontor 2017

Grundsätze

Der Bien und unsere Imkerei

Leihimker

Jahresrückblick 2013

Immenhort

Nachwuchs

fuss