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10. Mai 2013

André bekommt neues Zuhause

Unser lange tot geglaubtes Überlebenswunder Volk André wurde im Bienenwagen ausgeräubert und harrte mit gut 100 Bienen in der hintersten Ecke der Kiste aus, als Max sich Anfang des Monats seiner annimmt. Es bekommt in einer kleinen Mini-Plus-Beute ein Zuhause, welches seiner Stärke angemessen ist und als Zugabe einige Brutwaben mit Bienen von einem anderen, zu starken Volk. Im Bienenschwarmgarten von Kleinfolgenreich geben wir ihm einen geschützten Platz auf einer kleinen Lichtung, etwas abseits von den anderen Völkern, bei der im März neu gebauten Komposttoilette. Hier haben wir ein gutes Auge auf den Schützling. Das zweite Bienenwagenvolk namens Mocca soll in diesem Monat auch noch umziehen, denn die Wagenimkerei in Hinterbehandlungsbeuten ist nach unserer Erfahrung weder für die Bienen noch für den Imker ein Vergnügen. Die Eingriffe in die Völker sind aufwendig und brauchen wesentlich mehr Zeit als das Imkern mit Oberbehandlungsbeuten.

In Hinterbehandlungsbeuten muss man bei der wöchentlichen Durchsicht der Völker in der Schwarmzeit das ganze Volk aus seiner Behausung nehmen, um alle Waben begutachten zu können. Die auffliegenden Bienen kennen den Innenraum des Bienenwagens nicht, sie müssen erst aus dem Oberlicht ausfliegen um wieder ihr Flugloch zu finden.

5. Mai 2013

Moccas Bienenwagentreff - der Zweite

Zum zweiten Mal in diesem Jahr treffen wir uns mit Menschen, die sich für Bienen und Imkerei interessieren zu Moccas Treff am Bienenwagen. Neben Anita und Bernd aus Wolfen, die im Mai unsere ersten Leihimker werden ist auch Sandra mit Sohn Samuel wieder dabei. Sie bekommen im Mai ihr Leihvolk "Samuel" von uns. Reinhard aus Großzöberitz möchte in naher Zukunft gern wieder Bienen in sein Dorf bringen, die es dort augenscheinlich nicht mehr gibt und zeigt deshalb Interesse. Er imkerte vor 30 Jahren und will sich ein Bild von der heutigen Bienenhaltung machen. Aus Halle hat dieses Mal Bianca zu uns gefunden, sie ist in der Stadt mit ihrer Imkerei Lotta bekannt und macht vor allem Projekte mit Kindern rund um die Bienen.
Im Bienenschwarmgarten von Kleinfolgenreich sehen wir bei herrlichem Sonnenschein und milden Temperaturen drei Völker durch, wobei die Leihimker Anita und Bernd selbst Hand anlegen dürfen, um ihre Erkenntnisse aus dem Bienenkurs im April aufzufrischen. Die Völker haben sich seit April sehr gut entwickelt, die Königinnen stiften emsig. Um ihnen Raum zu geben, bekommen die größeren Völker jetzt einen Honigraum obenauf. Bei Guarana-Kaffee und guten Gesprächen klingt um die Mittagszeit unser Bienenwagentreff langsam aus.

28. April 2013

Lebensraumverbesserung in Kleinfolgenreich

Mit Spaten bewaffnet taucht am sonnigen Sonntagvormittag die Jägerschaft auf, nachdem wir die geplante gemeinsame Pflanzaktion am frühen Samstagvormittag wegen anhaltendem Regen abgesagt und auf den nächsten Tag orientiert hatten. Nach einer kurzen Einführung durch die Jägerin Antje Springer-Böhm und einigen Sätzen von Max zu Kleinfolgenreich legen wir gemeinsam los. Wir pflanzen unter anderem Eichen, Linden, Schlehen, Weißdorn, Brombeeren, Haselnuss und Pfaffenhütchen mulchen, pfählen und gießen. Günter Springer steuert drei Vogelnistkästen für Kleinfolgenreich bei, sie werden von seinen Kindern Antje und André in lichter Baumhöhe angebracht. Mit einem gemeinsamen Wildschweingulaschessen und Karottenkuchen als Nachspeise auf der kleinen Festwiese vor dem Klubhaus in Kleinfolgenreich klingt die gelungene tatkräftige Aktion begleitet von regem Gedankenaustausch und dem Summen der Bienen aus.

Die Pflanzen wurde über den Landesjagdverband Sachsen-Anhalt aus Rücklaufmitteln der Jagdbeiträge zur Verfügung gestellt. Wir danken der Jägerschaft für das wertvolle Pflanzgut, die Unterstützung bei der Pflanzung und für den köstlichen Wildschweingulasch.

2013 April

Dorothea landet im Georgium

Wer mit Bienen von einem Landkreis in den nächsten wandern* möchte, muss nachweisen, dass die Völker nicht an Amerikanischer Faulbrut** erkrankt sind. Um diesen Nachweis zu erhalten sendet der anhaltinische Imker Futterkranzproben an das Länderinstitut für Bienenkunde Hohen Neuendorf e.V. oder den Fachbereich Veterinärmedizin des Landesamtes für Verbraucherschutz nach Stendal. Dort wird nach Erregern der Paenibacillus larvea larvae gesucht. Auch bei negativem Befund erfolgt eine Bestandskontrolle vor Ort durch den Amtlichen Tierarzt des Landkreises. In seinem Beisein macht der Imker eine Streichholzprobe*** in mehreren Brutzellen. Kommt auch diese Untersuchung zu einem negativen Befund erhält der Imker eine Amtstierärztliche Bescheinigung und darf, sofern sein Bienenbestand nicht in einem wegen Faulbrut gesperrten Bezirk liegt, mit seinen Bienen wandern.

Dieses Prozedere durchlaufen wir vom 8. -19. April. Die Zeit wurde knapp weil Max wegen der andauernden Kälte erst sehr spät die Völker öffnen konnte um die Futterkranzprobe von den Brutwaben zu entnehmen. Am Freitag, den 19. April bekommen wir das Ergebnis vom Amtstierarzt dankenswerterweise unmittelbar nach der Untersuchung schwarz auf weiß und dürfen gerade noch rechtzeitig zum angekündigten Termin mit vier unserer Völker ins Georgium nach Dessau ziehen. Am Sonntag, den 21.04. stehen wir früh auf, verschließen die Fluglöcher der Völker Dorothea, Biggi, ka und Buzz, sichern sie mit Gurten und verladen sie ins Auto. In Dessau treffen wir uns mit Marion Krause von der Stadtpflege und fahren in den Park. Am Fremdenhaus, auf der Obstwiese, am Vasenhaus und an der Wallwitzburg stellen wir die Beuten auf die vorher gemeinsam ausgewählten Standplätze, öffnen vorsichtig die Flugkeile und lassen die Bienen in die neue Umgebung ausfliegen. Mitgebrachte Schautafeln befestigen wir an Aufstellern, die einfallsreiche städtische Schlosser für diesen Zweck gebaut haben.

Gegen Mittag sind alle Völker am neuen Standort aufgestellt und wir begeben uns nach getaner Arbeit hungrig auf die Suche nach einem Ort zum Speisen. Wir fahren vier verschiedene Lokalitäten an die entweder geschlossen sind, keine freien Plätze haben oder mit geschlossenen Gesellschaften ausgebucht sind. Am Ende landen wir im Bauhaus-Bistro und beenden unser Essen gerade rechtzeitig, um pünktlich zur Veranstaltung an der Obstwiese sein zu können.

Im Rahmen der 15. Agenda Woche gibt Max unter dem Titel "Vier Königinnen, vier Düfte" Einblick in das Volk Dorothea und erzählt interessierten Besuchern von Harmonie und Arbeitsteilung im Bienenstock. Im Laufe des Nachmittags kommen ca. 20 Gäste an die Obstwiese und lassen sich von der Welt der Immen in Bann ziehen. Wir begrüßen sie mit Bienenkeksen, was besonders die Kinder freut. Auch einige Imkerkollegen aus Dessau finden den Weg zu uns und wir freuen uns über den regen Austausch.

Die Bienen fliegen sich derweil auf der Obstwiese ein und tragen schon kräftig verschiedenfarbige Pollen in den Stock. Nach drei Stunden wird es wieder ruhig auf der Obstwiese, wir tragen Tafel, Staffelei, Bücher und Imkerwerkzeug ins Auto und beenden den Tag mit dem guten Gefühl, etwas für die Bienen in der Öffentlichkeit getan zu haben.

* wandern nennt man das Transportieren von Bienenvölkern an einen anderen Standort
** eine bakterielle Erkrankung der älteren Bienenbrut
*** bei dieser Probe wird mit einem Streichholz in eine Brutzelle gestochen, wobei sich die amerikanische Faulbrut mit fadenförmigen Schleim zu erkennen gibt

2013 April

Bienenvolk "Heldin" macht Namen alle Ehre

Am Mittwochmorgen des 17. April bekommt Max einen Anruf aus der
Freien Waldorfschule Halle. Ein Teil der Grundstücksmauer des Schulgartens sei am frühen Morgen zusammengerutscht, das dort befindliche Bienenvolk stehe nunmehr am Abgrund. Ein herbeigerufener Statiker schließt weiteres Abrutschen von Erdreich nicht aus.
Den Tag über Hoffen und Bangen, denn wenn die fleißigen Sammlerinnen fliegen - und das tun sie in den warmen sonnigen Tagesstunden von Morgens bis zum Einbruch der Dämmerung - können wir das Volk nicht verstellen. Die von ihren Sammelflügen heimkehrenden Bienen flögen dann buchstäblich in's Leere. Kurz nach 20 Uhr treffen wir am Unglücksort ein und sind erleichtert. Das Erdreich hat gehalten, das Volk steht gut einen Meter vom Abgrund entfernt. Wir vergewissern uns, dass keine Biene mehr in denn Stock zurückkehrt, verschließen das Flugloch und sichern den Bienenkasten mit Gurten. Das Volk muss aus dem Flugradius der eingeflogenen Bienen gebracht, also mindestens 3 Kilometer von seinem ursprünglichen Standort entfernt aufgestellt werden. Aus diesem Grund bringen wir es vorerst nach Schortewitz.
Die Jungimker von "Honigrausch" müssen eine gewisse Zeit auf ihren Schützling verzichten, aber Max wird ihnen ein anderes Volk zur Verfügung stellen, damit sie den Jahreslauf der Immen beobachten und imkerlich begleiten können. Den Namen "Heldin" erhielt das Volk vor knapp einem Jahr, nachdem es bei einer Vandalismus-Attacke Unbekannter den Bewurf mit Steinen aus der Kräuterspirale des Schulgartens überlebt hatte. Nun war die "Heldin" ein zweites Mal bedroht und hat ihrem Namen alle Ehre gemacht.

2013 April

Immenwohls erster Wochenendkurs zur Bienenhaltung & Leihimkerei

Die Idee der Leihimkerei findet Zuspruch. Drei Paare reisen am 13. und 14. April nach Schortewitz und widmen ihre ganze Aufmerksamkeit an diesem Wochenende den Bienen und der Imkerei. Der andauernd kühle Frühling legt nahe, den theoretischen Teil des Kurses in einem geheizten Raum abzuhalten. So wandern wir nach einer Begrüßung an Moccas Bienenwagen in den Kirchgemeinderaum, den uns Pfarrer Dr. Andreas Karras für dieses Wochenende kurzfristig zur Verfügung stellte. Vielen Dank! Bei Guarana-Kaffee, Grüntee und Honigkuchen stellen wir uns gegenseitig vor und lachen über manche Geschichte, die das Leben schrieb.

Max stellt in den folgenden Stunden den Bien als dreigliedriges Wesen in seinem Jahreslauf vor. Themen wie Durchlenzung, Schwarm, Hochzeitsflug, Honig, Drohnendasein und Überwinterung illustriert er mit bunten Kreiden an einer großen Tafel. Zum Mittag gibt es Kartoffeln mit Bärlauchquark und einen Bunten Gartensalat mit Honig-Quitten-Dressing. Danach folgt ein gemeinsamer Spaziergang zu den Völkern in den neu angelegten Schwarmgarten von Kleinfolgenreich. Am Gemüll auf den Bodenbrettern der Beuten lernen die zukünftigen Leihimker das Geschehen im Stockdunkel zu deuten.

Nachmittags gibt es Karottenkuchen mit gerösteten Zedernüssen und Trockenaprikosen. Am Ende des zweiten Therorieblocks stellen wir unsere Lieblingsbücher zu Bienen und Imkerei vor und nach zehn erfüllten Stunden verabschieden wir uns und freuen uns auf das Wiedersehen am nächsten Tag.

Der Sonntag beginnt wie gehabt an Moccas Bienenwagen. Dort berichtet Max aus DDR-Zeiten, als er als Gehilfe einer Wanderimkerei in einem baugleichen Gefährt eine Bienen-Saison arbeitete und lebte. Gegenwärtig hausen die kleinen Völker Mocca und André in unserem Wagen, sobald sie erstarkt sind, werden wir sie in geräumige Beuten einlogieren. Zu eng und beschwerlich ist das Wagenquartier für den Bien und seinen Imker. Im schönen Bienenwagen wollen wir dann eine kleine Bibliothek und eine schlichte Gästekammer einrichten.

Die Frühlingsluft wird milder, so gibt es Begrüßungskaffee und Honigkuchen diesmal im Garten. Danach demonstriert Max unsere Betriebsweise an einer leeren Dadant-Bienenkiste. Die Leihimker können selbst Hand anlegen und lernen, den Smoker in Gang zu setzen, die Kiste zu öffnen, Waben zu lösen und herauszunehmen, Honigräume aufzusetzen und abzunehmen sowie eine ganze Beute umzusetzen. Dies wird nach dem Wandern der Völker in die Gärten der Leihimker deren erste Handlung sein.

Nach der Mittagsspeise unter freiem Himmel, die an diesem Tag aus Bärlauch-Kartoffelsuppe, Walnußbrot mit vegetarischen Aufstrichen und Rote-Bete-Salat mit Äpfeln und Knoblauch besteht, geht es an die Völker.
Die Paare imkern gemeinsam jeweils an einem Bienenstock und erleben sich neu beim behutsamen Umgang mit den Völkern. Voll Bewunderung betrachten sie das Wabenwerk und entdecken in den Zellen die verschiedenen Stadien der Brut , auch manche Königin gibt sich die Ehre.
Am Nachmittag sind alle erfüllt von den neuen Eindrücken und der besonderen gemeinsamen Zeit. Wir genießen Kaffee, Tee und Schokokuchen direkt bei den Bienenvölkern am Asternrain und lassen den ersten Leihimkerkurs bei herrlichem Summen und zartem Sonnenschein ausklingen.


Interner Kurs-Witz:
"Wochenendkurs zum Imkern in Dadant-Beuten..."

Dadant-Beuten finden Sie auf keiner Landkarte!
Dieser Fachbegriff steht für geräumige Holzkisten (Zargen), in denen sich die Völker im ungeteilten Brutraum voll entfalten können.

Termine

Wir haben ein Problem mit der Webseite. Bitte auf www.kleinfolgenreich.de wechseln!!

Geschehen

Immenwohl & ImmenKontor 2017

Grundsätze

Moccas Bienenwagen – ein Wahrzeichen in Schortewitz

Leihimker

Bienen? Imkern? Wir probieren es!

Immenhort

Immenhort

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