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7. Juni 2013

Als Katrin am frühen Nachmittag dieses Tages nach Halle-Beesen zum Bienenstand an der Elsteraue fährt um gegebenenfalls einen Mutterscharm* vorwegzunehmen kommt in den folgenden Stunden Alles ganz anders als gedacht. Genug Stoff für einen umfangreichen Artikel in den Gutsnachrichten der Freien Waldorfschule Halle.

* Ein vorweggenommener Mutterschwarm kann gebildet werden, wenn der Imker merkt, dass ein Volk in Schwarmstimmung ist und damit der innere Zusammenhalt des Bienenvolkes bereits aufgelöst ist. Der Imkern kann in diesem Fall die bevorstehende natürliche Teilung vorwegnehmen, indem er die alte Königin und einen Teil der Bienen in eine neue Behausung einlogiert. Im Volk zurück bleibt die Schwarmzelle mit der neuen Königin, ausreichend Bienen und Drohnen und das Wabenwerk mit Honig- und Pollenvorräten.

2. Juni 2013

Gabi und Uwe aus Köthen, Anita und Bernd aus Wolfen, Marion aus Dessau und Sandra aus Kösseln finden am windignasskühlen grauen Sonntag den Weg zu Moccas Bienenwagentreff. Die Tagestemperatur von knapp 10 Grad legt uns nahe erst einmal im Aktivisten - dem größeren der beiden Wagen in Kleinfolgenreich Unterschlupf zu suchen und bei heißen Getränken und Honigkuchen einander vorzustellen. Gabi und Uwe sind neu in der Runde, alle anderen sind im Rahmen von Immenhort Leihimker und kennen sich teilweise von den Bienenkursen oder den Bienenwagentreffs im April und Mai. Anita und Bernd erzählen von ihrem Erlebnis mit dem vorweggenommenen Mutterschwarm und Marion von den schönen Kontakten, die sich mit Spaziergängern ergeben, wenn sie die Völker im Dessauer Park durchsieht. In Zukunft wollen wir die Erlebnisberichte der Leihimker in einer gesonderten Rubrik veröffentlichen.

In der folgenden Stunde erzählen Max und Katrin vom Schwarm-Kurs an der Fischermühle und erklären die Vorwegnahme eines Mutterschwarmes bei einem Volk in Schwarmstimmung. Tags zuvor hat Max den Prototyp einer Einzugs-Lade für die Schwarmkiste gebaut und stellt sie nun vor.

Angesichts der für Biene und Mensch ungünstigen Wetterlage der letzten Wochen müssen wir darauf achten, dass die Bienen ausreichend Nahrung in den Beuten haben, denn eintragen können sie seit Wochen beinahe nichts. Schwärme und kleine Völker müssen wir schon jetzt zufüttern. Damit sollten unsere Leihimker in ihrem ersten Bienenjahr eigentlich nichts zu tun haben, doch in diesem Jahr ist eben alles anders und so zeigen wir schon im Juni, wie die Völker bei uns gefüttert werden.


*Zwei Schwarmladen, die helle von Leihimker Sven aus Halberstadt und die dunkle von Max.

Mai 2013

Leihimkerei auf dem Weg

Ende Mai haben alle Immenhort-Leihimker ihre Völker im eigenen Garten stehen und sammeln die ersten Erfahrungen mit ihren neuen Schützlingen.
Die Faszination ist spürbar, es wird gehorcht, geschaut, gestaunt.

Anita und Bernd kümmern sich in ihrem großen Garten mitten in Wolfen um ihr Volk Jola. Sie haben mit der Hilfe von Max schon ihren ersten vorweg-
genommenen Schwarm umlogiert, nachdem sie bei einer Durchsicht verdeckelte Weiselzellen gesichtet und einen Hilferuf an Max gerichtet hatten. Volk Samuel steht nun in Kösseln und wird von Sandra und ihrem siebenjährigen Sohn, dem Namensgeber des Volkes betreut. Nektarine fliegt jetzt am Rande von Halberstadt bei Katrin und Sven. Maja und Willi sind im Schachdorf Ströbeck gelandet und erfreuen Annelie und ihre Familie. Marion betreut derzeit mit der Unterstützung von Max die vier Völker im Park Georgium in Dessau. Sie wollte eigentlich erst im nächsten Jahr Leihimkerin werden, war aber nach dem zweitägigen Bienenkurs bei Immenwohl frohen Mutes und nutzte die sich ergebende Gelegenheit.

Unsere Leihimker bekommen neben dem Volk in der Brutraumzarge von Immenwohl alles, was sie für ihr Volk, die Honigernte und unter Umständen für einen Schwarm brauchen:

Ständer, zwei Honigzargen mit größtenteils ausgebauten Mittelwänden, Absperrgitter, Bienenflucht, Dadant-Smoker, Kräutermischung zum Räuchern, Stockmeisel, Besen, Absprerrgitter-Reinigungskratzer, Schlüpfschleier, Schwarmkiste komplett mit Rähmchen, Futtertasche und Einzugs-Lade, Shaker für Puderzucker-Varroa-Befallsmessung

Mai 2013

Frage nicht nach Sonnenschein

Keine Aussicht auf bienenfreundliches Wetter. Die Blütenpracht im Garten zieren Tag für Tag glitzernde Wassertropfen. Unsere Prinzessinnen in den Mini-Plus Kästchen schlüpfen nach und nach und haben nicht allzu lange Zeit um auszufliegen und Hochzeit zu halten. Wir sind gespannt, ob die wenigen trockenen Stunden derzeit für einen erfolgreichen Hochzeitsflug ausreichen. Die Drohnen rasseln* jedenfalls bei jeder sich bietenden Gelegenheit vor den Beuten herum und zeigen Einsatzbereitschaft.

* das rasselnde Summen der Drohnen unterscheidet sich deutlich vom zarten Ton, den die Bienen gewöhnlich erzeugen und kann für einige Nervosität bei unwissenden Umstehenden am Bienenstock sorgen.

 ©  ab in den harz

Mai 2013

Frisches Grün und Blütenpracht in nasskühlem Grau

Seit Wochen zeigt sich kaum die Sonne, die Tagestemperaturen liegen selten über 15 Grad. Es gibt immer wieder "ergiebige Regenfälle", wir leeren den Regenmesser ein ums andere Mal. Unsere Bienen nutzen die wenigen Flugstunden und bestäuben zum Beispiel die Erdbeerpflanzen im Dorf.

Nach unserer Rückkehr aus der Fischermühle entdecken wir trotz des schwarmungünstigen Wetters bei einem Volk verdeckelte Weiselzellen und können unser neu erworbenes Wissen sogleich in die Tat umsetzen. Wir nehmen einen Mutterschwarm vorweg und logieren ihn in eine Ablegerkiste ein. Da wir noch keinen Einzugs-Trichter besitzen improvisieren wir mit Anflugbrettern und Riemen, der Einzug des Muttervölkchens gelingt.

Max bringt in diesen Tagen nach und nach Bienenvölker zu den Leihimkern, sein Lada Niva erweist sich trotz des nicht allzu großen Innenraums als taugliches Transportgefährt.

15. bis 18. Mai 2013

Mutterschwarm und Regenguss

In der Woche vor Pfingsten reisen Max und Katrin mit Auto und Anhänger nach Süddeutschland zur Fischermühle. Dort hat der Verein zur wesensgemäßen Bienenhaltung Mellifera e.V. zu einem Schwarmkurs geladen, mitten in der Schwarmzeit versteht sich. Wir lassen also unsere Bienen mit Ihrer jeweiligen Stimmung an den heimischen Ständen zurück und hoffen, dass während unserer Abwesenheit nicht allzu viele Schwärme fallen.*

In der Fischermühle folgen wir gemeinsam mit 35 Imkerinnen und Imkern, die meist aus dem süddeutschen Raum angereist sind, den Ausführungen von Albert Muller und Thomas Radezki, die gemeinsam den Kurs auf sehr unterhaltsame und kurzweilige Weise gestalten. Albert Muller kommt aus Holland und widmet sich seit Jahrzehnten der wesensgemäßen Bienenhaltung in Einraumbeuten. Thomas Radezki ist seit mehr als 20 Jahren mit Mellifera für die Bienen auf dem Weg. Am Nachmittag des ersten Kurstages können wir an einem Bienenstand das Innenleben einer Bienenkiste in Augenschein nehmen und die Vorwegnahme eines Mutterschwarmes** bei einem Volk in Schwarmstimmung erleben. Noch am Stand setzt Starkregen mit Hagel ein. Nichtsdestotrotz muss für das geplante Unterfangen die Königin in der großen Einraumbeute gefunden werden und Alle suchen mit.

Das Wetter wird in den kommenden zwei Tagen nur noch Theorie im Innenraum zulassen und die Bienen bleiben auch lieber in ihren Stöcken. Wir lernen im theoretischen Teil des Kurses Neues von Völkern in Schwarmstimmung und hören, wie wir in diesem Fall wesensgerecht mit Ihnen umgehen können. In diesem Zusammenhang erfahren wir von einer Studie in Russland, die ergeben hat dass Drohnen einen Umkreis von 60-80 Kilometern befliegen. Bei den anwesenden Imker_innen taucht diesbezüglich sofort die Frage nach der Berechtigung von Belegstellen auf. Einen weiteren Schwerpunkt bildet die Varroatose, ihre Entwicklung im Jahreslauf, ihre Auswirkungen auf das Bienenvolk, die Möglichkeiten der Befallsmessung und die Behandlungsmöglichkeiten mit ihren Auswirkungen auf den Bien. Wir lernen dass der Schwarm die beste Chance bietet, den Milbenbefall im Bienenbestand zu reduzieren.*** Eine gute Variante wenn der Honigertrag in der Bienenhaltung nicht oberste Priorität besitzt, denn der Schwarm und auch das zurückgebliebene Tochtervolk bringen in der Regel dem Imker im Jahr keinen Honig mehr.

Auf dem Rückweg nach Schortewitz besuchen wir unseren Imkervater Ernst Wagner in Mudau im Odenwald. Wie immer kaufen wir bei ihm weiteres Zubehör für unsere Imkerei und diesmal auch Rüstzeug für die Leihimker. Bei der Gelegenheit bestaunen wir seine neuesten Entwicklungen: eine Dadant-Schaubeute und einen Honig-Abfüllknecht. Eine Glas-Beute nehmen wir gleich mit nach Hause, der Abfüllknecht folgt bei Gelegenheit.

* Auszug eines Schwarmes aus dem Bienenkasten
** bei einem vorweggenommenen Mutterschwarm wird ein angemessen großer Teil der Bienen in eine Schwarmkiste einlogiert. Die vorher entnommene alte Königin wird in die einziehende Bienenschar gesetzt und folgt dem Lockduft ihrer Töchter in die neue Behausung. Im alten Stock zurück bleibt die gesamte Brut mit Weiselzellen, ausreichend Bienen und der Futtervorrat des Volkes.
*** Da der ausziehende Schwarm die milbenreiche Brut im Stock zurücklässt kann man die auf den Bienen mitgeschwärmten Milben mit einem 98%igen Erfolg tilgen. Durch die entstehende Brutpause im zurückgelassenen Teil des Volkes kann man nach dem Auslaufen der vorhandenen Brut ebenfalls effizient mit, für die Bienen gut verträglicher Oxalsäure gegen die Varroa-Milben behandeln.

Termine

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